Stefan
MusiciansMeinen ersten Trommelstock hielt ich mit fünf Jahren in den Händen. Dachte ich wenigstens… bis die Tante im Kindergarten das eine Ende des Trommelstockes in den Mund nahm, reinpustete und die Löcher meines Stockes mit verschiedenen Fingern abwechselnd zudeckte und wieder öffnete! Welch Frevel! Mein Stock ist nicht für Töne da – und wenn doch, dann nur um Töne aus anderen Gegenständen herauszuholen! Aus lauter Protest nahm ich meinen Stock und schlug auf alles ein, was sich nicht bewegte: Kissen, Töpfe, Schranktüren, Teppiche. Dabei traf ich wohl versehentlich doch den einen oder die andere Bewegliche – wofür ich mich heute nochmals nachdrücklich nicht entschuldigen möchte – denn wer den Künstler in seiner kreativen Phase stört ist selber schuld!
Im Zusammenspiel mit dem dünnen Ende eines hözernen Kochlöffels hatte ich dann bald mein erstes Paar Sticks und hab mich zunächst mit Rudiments beschäftigt – also so schnell wie möglich abwechselnd mit Flöte und Kochlöffel wahlweise auf ein Kissen oder (wenn Mama mal nicht da war) auf diverse Topfdeckel und Töpfe einzudreschen. Im Laufe der Zeit kam es neben der puren Geschwindigkeit auch zu einer gewissen Gleichmäßigkeit der Schläge – der „Cushion-and-Pot-Groove“ war erfunden! Bis heute hat außer mir jedoch kaum jemand davon Notiz genommen.
Leider ging irgendwann die Topfdeckel-Prügelei meinen Eltern zu sehr auf den Senkel und sie überredeten mich dazu, es doch mal mit einem filigranen Tasteninstrument zu versuchen – der Orgel. Da kann man den Krach wenigstens mit einem Schalter leiser stellen! Das Coolste an der Orgel waren die 12 verschiedenen Rhythmen (darunter unter anderem Walzer, Pop, Disco, Bossa Nova und Rumba – HipHop, Dance und sowas kannte man damals noch nicht) und die zwei(!) Tasten A und B für jeweils verschiedene Brakes. Stunden verbrachte ich damit, durch gezieltes oder schnelles Drücken von Taste A und/oder Taste B verschiedene Brake-Variationen zu kreieren. Irgendwann kam es dann zu einer Auseinandersetzung mit meinen Eltern darüber, was MAN denn unter Orgelunterricht verstünde und wann MAN denn mal gedenkt, auch die weißen Tasten ins Spiel mit einzubeziehen (schwarze Tasten standen für Jazz – und der war ja für ein kleines Kind noch viel zu kompliziert).
Nach einiger Zeit war dann wohl auch meinen Eltern klar, dass orgeln nichts für mich ist und ich bekam mein erstes eigenes Schlagzeug – mit Korpus, Hals und 6 Saiten! Dazu noch Unterricht, den ich meist damit verbrachte, mit Händen und Fingern auf den Korpus zu klopfen. Das wurde aber auch irgendwann langweilig und ich entschied mich für das Schlagzeug mit den 4 Saiten. Die waren auch dicker und so bestand eine größere Chance für mich als Grobmotoriker, auch die richtigen Saiten zu treffen. Aber auch das hat mich nicht glücklich gemacht. Während meines Unterrichts an diesem Instrument drangen aus dem eine Etage tiefer liegenden Proberaum immer wieder himmlische Geräusche an mein Ohr: lässige Grooves, coole Brakes und frickelige Fills. Mein Bass-Lehrer bemerkte sehr schnell, dass ich mehr diesen Grooves lauschte als seinem Unterricht – und hat es aufgegeben. Ich bin dann sofort eine Etage tiefer – und hab im Alter von 12 Jahren zum ersten Mal an einem richtigen, echten, wirklichen Schlagzeug gesessen! Mit Shnare, Bass Drum, Toms, HiHat und echten Becken. Da sitze ich nun seit über 25 Jahren…
Mit mit all diesen Kenntnissen an den unterschiedlichen Instrumenten könnte ich quasi ein Album alleine einspielen (bei dem, was die moderne Aufnahmetechnik heute so alles bietet sicher ein Kinderspiel!) Aber live zu spielen macht doch mehr Laune und so hab ich in den weiteren Jahren in unterschiedlicher Bands getrommelt. Stilistisch spiele ich alles zwischen Free-Jazz und Hardcore-Heavy-Punk-Total-Brutal-Death-Metal. Und wenn man wie ich gern viel live spielt landet man wohl früher oder später bei einer Cover-Band.
So bin ich jetzt bei Pottbeat für den passenden Groove zuständig – und werde vielleicht ja mit dieser Combo nochmal reich und berühmt! (das mit dem sexy hab ich mir schon abgeschminkt).
Equipment:
- TAMA Starclassic Performer Birch (Sparkling Grey)
- Sabian AAX Studio Crash 12′, 13′, 14′
- Zildjan K Jazz Ride
- dw 5000 Fußmaschine
- TAMA Iron Cobra HiHat
- Vic Firth Sticks
- Mackie-Mixer
und solange es bei PottBeat noch keine Percussions gibt:
- Roland SoundCanvas SC-88
- Roland TD-7
